The Keto Reading Project

Vor dem Projekt (März - Oktober 2014)

Hightlight Vorprojektphase Hightlight Vorprojektphase Foto (c) Jeff Deketo
Das erste Chart in der Serie der monatlichen Darstellung meiner Messungen, Analysen und Erkenntnisse zeigt den Verlauf des Blutzucker-Spiegels vom Beginn der Diabetes-Diagnose Anfang März 2014 bis Ende Oktober 2014. Das Highlight ist ganz klar die signifikante Senkung des Nüchternzucker-Spiegels sofort nach dem Start der Ketogenen Ernährung!

Kurzanleitung zum Chart: Die gemessenen und protokollierten Daten werden in einem interaktiven Chart - so wie das folgende - dargestellt. Bei längeren Zeitreihen mit vielen Datenpunkten ist es hilfreich einen bestimmten Ausschnitt davon in einer Zoom-Ansicht zu betrachten. Dieser Ausschnitt läßt sich einfach mittels Klick & Ziehen mit der Maus innerhalb des Chart-Bereichs festlegen. Der Zoom-Bereich kann in der Scroll-Leiste über dem Chart mit der Maus verschoben werden. Um zurück zur Gesamtdarstellung zu kommmen einfach auf "Alle anzeigen" klicken.



Analyse und Erkenntnisse 

Die Datenreihe kurz erklärt:  Die Datenreihe stellt meinen Nüchternblutzucker(NBZ)-Spiegel auf der Zeitachse von März bis September 2014 dar.
Als normal gelten NBZ-Werte unter 110 mg/dl. Werte zwischen 110 und 126mg/dl sind „verdächtig hoch". Alle Werte darüber weisen auf Diabetes mellitus hin. 

Wie alles begann

Anfang März 2014 erhielt ich im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung die Diagnose Diabetes - "zuckerkrank"! Spätere weiterführende Untersuchungen am Landesklinikum Klosterneuburg spezifierten diese Diagnose auf Typ-1, da keine Insulinresistenz nachweisbar war. Woher die Einschränkung der Insulinproduktion meiner Bauchspeicheldrüse gekommen ist, wird wohl nie ans Tageslicht kommen. Die gute Nachricht dabei war, dass ich nach wie vor bis zu einem gewissen Grad Insulin im Körper generieren kann und damit vorerst nicht auf externe Insulinaufnahme angewiesen bin.

März 2014 - Trainingslager Gran Canaria

Diagnose Diabetes! Und das kurz vor dem Rad-Trainingslager auf den Kanaren, das ein jährlicher Fixpunkt für mich geworden ist um einerseits den Winter abzukürzen und andererseits Erholung und Energie durch Aktivität und gemütliche Stunden mit meinen Trainingskollegen zu tanken.

Am Trainingslager wusste ich überhaupt nicht, wie ich mich nun ernährungstechnisch verhalten sollte. Ein Kurzbesuch bei einer Diätologin kurz vor der Abreise brachte keine verwertbaren Erkenntnisse. Ich wusste nur: Zucker ist böse und "gute" Kohlenhydrate sind OK. Ich verzichtete also bei den Ausfahrten auf die bis dahin reichlich eingesetzten Energieriegel und Gels und das Kohlenhydratpulver in der Wasserflasche. Bei den Mahlzeiten versuchte ich Fleisch (Steak war super für BZ-Spiegel), Fisch und Salat zu essen, hie und da mal eine Pizza und auf Bier am Abend wollte ich nicht verzichten.

Wie man in der Datenreihe in den 2 hervorgehobenen Wochen im März sehen kann, konnte ich den Nüchternblutzucker (NBZ) einigermaßen gut in den Griff bekommen - ich denke vor allem durch die sportliche Betätigung. In der ersten Woche besser als in der zweiten, wo ich alte Gewohnheiten vor allem beim Abendessen und Frühstück wieder einreißen ließ ... man gönnt sich ja sonst nix!

Der Verzicht von Riegel und Gels während den Radausfahrten, die meist zwischen 3 und 5 Stunden dauerten, bescherte mir einen Gewichtsverlust von 4 Kilo während der 2 Wochen. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass ich möglicherweise damals während der langen Ausfahrten mangels Kohlehydratversorgung wohl in den Fettstoffwechsel gekommen bin und einiges an Körperfett verbrannt habe. Krafteinbußen konnte ich nicht verspüren, deshalb gehe ich davon aus, dass ich nicht an meinen eigenen Muskeln "nagte".

April bis Juli 2014

Von April bis Juni lernte ich mehr und mehr, wie ich durch die Änderung in der Ernährung - vor allem durch Umstellung auf Vollkornprodukte und Sensibilät bei der Auswahl von Kohlenhydrat-haltigen Zuspeisen - meinen NBZ-Spiegel im Schnitt von über 160 bei der Diagnose auf 110 bis 120 mg/dL senken konnte und auch die Blutzucker(BZ)-Werte 2 Stunden nach dem Essen (sog. postprandial) im ordentlichen Bereich meist unter 140 mg/dL lagen. Und das ohne Einnahme von Diabetesmedikamenten! Ich war ganz happy damals!

Wie man in der Datenreihe sehen kann, stiegen die NBZ-Werte aber kontinuierlich leicht an und erreichten im Juli oft Werte jenseits von 140.

Dr. Lutz: Leben Ohne BrotDaher begann ich zu dieser Zeit darüber nachzudenken, wie ich an meiner Ernährung noch weiter feilen kann und bei Literatur-Recherchen kam mir das Buch "Leben ohne Brot" von Dr. Lutz unter die Finger, dass ich ziemlich schnell durchgelesen hatte. In diesem Buch werden die Vorteile einer Reduktion von Kohlenhydraten auf alle möglichen körperlichen Mißstände und Krankeiten aus der Arzt-Praxis von Dr. Lutz dargestellt - unter anderem auch auf Diabetes. Alle Argumente waren für mich nachvollziehbar und nach dem Studium weiterer Literatur war für mich klar, dass ich mit der ketogenen Ernährung beginnen will.

August 2014 -Start der ketogenen Ernährung

Am 8.8.2014 habe ich mit der Anpassungsphase begonnen und wie aus der Datenreihe ersichtlich ist, hatte das ziemliche Auswirkungen! Schlagartig waren die NBZ-Werte dort, wo sie sein sollten. Der Schnitt im August und September lag bei 105 mg/dL. Beim Langzeitzucker/HBA1C-Test im Labor (das ist eine Aussage über den durchschnittlichen Blutzzuckergehalt der letzten 3 Monate) konnte ich Ende September erstmals wieder einen "Normal"-HBA1C-Wert von unter 6% verzeichnen, der bei der Diagnose auf fast 8% lag!

Etwas nachdenklich wurde ich Anfang Oktober als der NBZ wieder zu steigen begann! "Hmm! Geht mein Insulin zu Ende?" dachte ich mir - aber bald wurde mir klar warum! Ich hatte eine schlimme Erkältung aufgerissen und lag einige Tage mit Fieber im Bett. Dabei zeigte nicht nur das Thermometer erhöhte Werte an – sondern auch das Blutzuckermessgerät ...

Wissenswertes:  Durch den Stress, den ein Infekt oder auch andere physische oder psychische Belastungen erzeugen, werden verschiedene Hormone (darunter Adrenalin, Noradrenalin und Kortison) im Körper ausgeschüttet, die auf den Blutzuckerspiegel Einfluss nehmen.

Nachdem der grippale Infekt wieder abgeklungen war, haben sich auch die BZ-Werte wieder normalisiert.


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